Willkommen

 

Unerhört: Podiumsdiskussion zu bezahlbarem Wohnraum

Weitere Informationen zur Veranstaltung vom 5. September finden Sie hier (…bitte klicken)!

Diakonisches Werk – Beratungsnetz im Landkreis Harburg

Auf den nächsten Seiten erhalten Sie einen Überblick über das Diakonische Werk der Ev.-luth. Kirchenkreise Hittfeld und Winsen/Luhe. Über unsere konkreten Angebote informieren wir Sie auch gerne telefonisch über unsere Telefonnummer

04171  69260
(bitte berücksichtigen Sie, dass unsere Telefonnumer unterdrückt wird, falls Sie einen Rückruf wünschen!)

Sie können uns auch über die jeweils angegebenen Adressen oder das Kontaktformular eine E-mail schreiben.

Diakonie AKTUELL

Bessere Chancen auf dem Wohnungmarkt mit dem „Wohnungsführerschein“

Zum zweiten Mal hat das Diakonische Werk der Kirchenkreise Hittfeld und Winsen den Kurs „Wohnungsführerschein“ angeboten. Dieses Mal fand die Workshop-Reihe in Zusammenarbeit mit der Ev.-luth. Kirchengemeinde Rosengarten und der Gemeinde Rosengarten im Kleckener Gemeindehaus statt. In dieser Woche erhielten alle Teilnehmer ihre Urkunde. „Mit dem Wohnungsführerschein verbessert sich ihre Chance, auf dem angespannten Wohnungsmarkt eine bezahlbare Wohnung zu bekommen“, sagt Jörg Leiteritz, Koordinator für Flüchtlingshelfer der Kirchengemeinde Rosengarten. An vier Abenden ging es um wichtige Fragen rund ums Mieten. Die Themen: Tipps zur Reinigung und Pflege der Wohnung / Mieterrechte und Mieterpflichten. / Die Umwelt und ich./ Konflikttraining – schwierigen Situationen begegnen.

Saher Aldakhi aus dem Irak wohnt in Tötensen, sucht aber eine Wohnung in Harburg. „Ich mache gerade eine Ausbildung zum Arzthelfer in Harburg“, sagt Saher Aldakhi. Mostafa Nouri Rad aus dem Iran fand den Workshop zu Rechten und Pflichten von Mietern sehr interessant: „Jetzt weiß ich, was ich als Mieter tun darf und was nicht.“ Luis Tamba aus Liberia wohnt derzeit in Eckel: „Ich habe im Kurs viel gelernt und hoffe, dass der Wohnungsführerschein mir hilft, eine eigene Wohnung zu bekommen.“ Letztendlich sucht sich der Vermieter einen Mieter aus. „Aber mit dem Wohnungsführerschein sehen die Vermieter, dass derjenige sich mit den Rechten und Pflichten eines Mieters und anderen Fragen rund um das Mieten einer Wohnung beschäftigt hat. Das erhöht seine Chancen“, sagt Fatima Koschmall, ehrenamtlich tätig in der Flüchtlingshilfe Tötensen.

Teilnehmer, die alle vier Workshops besucht haben, erhielten das Zertifikat in einem Fotorahmen überreicht. Wer ein Modul verpasst hat, kann es im nächsten Durchgang nachholen. „Buchholz und Jesteburg sind interessiert, den Kurs Wohnungsführerschein anzubieten“, weiß Jörg Leiteritz. Bis zu zwanzig Personen können pro Kurs teilnehmen.

Die meisten Teilnehmer waren auch im zweiten Kurs-Durchgang Geflüchtete, die eine eigene oder größere Wohnung suchen. „Aber dieser Kurs ist für alle Wohnungssuchenden interessant, nicht nur für Geflüchtete. Hendrik Matthies, Student und ehrenamtlicher Helfer in der Flüchtlingsunterkunft Eckel, hat auch am Kurs teilgenommen, um zu erlernen, was man wissen muss, wenn man eine Wohnung anmieten will“, sagt Leiteritz.

Teilnehmern, die sich auf eine Wohnungsbesichtigung vorbereiten wollen, wird geraten, eine Bewerbungsmappe mitzubringen, in die sie eine Kopie des Ausweises, eine Schufa-Auskunft, eine Selbstauskunft, den Wohnungsführerschein und die letzten drei Gehaltsabrechnungen legen.

 



Schuldnerberatung

Es hat etwas mit Gerechtigkeit zu tun.

Seit 25 Jahren leitet Karlheinz Kämpker die Soziale Schuldnerberatung in Buchholz.

Karlheinz Kämpker in der Sozialen Schuldnerberatung im Beratungszentrum in Buchholz.
Foto: C.Wöhling

Er mag dieses vernetzte Denken in der Schuldnerberatung: Menschen helfen, Zahlen sortieren und analysieren, Ordnung in Akten bringen und Perspektiven eröffnen, „die das Leben in Fülle möglich machen“, so Karlheinz Kämpker. Seit 30 Jahren ist er Schuldnerberater, seit 25 Jahren leitet er die Soziale Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes der Kirchenkreise Hittfeld und Winsen.

Warum sein engagierter Einsatz für verschuldete Menschen? „Der Kampf um Gerechtigkeit war immer Teil meiner Biographie. Es gibt ein großes Ungleichgewicht zwischen Anbietern und Nutzern. Die (Werbe-)industrie treibt Menschen an, sich Dinge zu kaufen, die objektiv nicht sinnvoll sind und die sie sich nicht leisten können. Außerdem erreichen wir in der Schuldnerberatung gute Erfolge in einem gesunden Arbeitsfeld. Hier geht es nur ums Geld, nicht um Leben und Tod, das war in meiner Zeit beim Jugendamt anders, da wusste ich nicht, ob ein Kind, das ich betreute, am nächsten Tag noch lebte. Geld schlägt und missbraucht nicht.“

In seinen Beratungsgesprächen geht es vorrangig um den Menschen, nicht um seine Schulden. „Meine erste Frage ist immer: was macht Ihr Leben lebenswert? Und dann höre ich: meine Beziehung, mein Partner, meine Kinder. Wir stärken die Menschen und sagen, dass wir ihnen die Sorgen um ihre Schulden nehmen können, damit sie sich auf das Wesentliche – auf ihr Leben – konzentrieren können.“ Der Rest ist „Handarbeit“ für Kämpker und sein Team, sie analysieren Zahlen, schließen Vergleiche ab, begleiten durch das Insolvenzverfahren und verfügen über juristisches Fachwissen, um optimal zu begleiten. „Das Wesentliche unserer Arbeit ist es, Lebensperspektiven zu öffnen, das unterscheidet uns sehr von anderen Anbietern. Es freut mich, dass die meisten Menschen nach der ersten Beratung sagen, ‚das packe ich, so schlimm ist es gar nicht‘, weil viele Inkassogesellschaften verschuldeten Menschen eine Aussichtlosigkeit suggerieren.“

Was sind die häufigsten Ursachen, warum Menschen sich verschulden: „Das sind immer noch die klassischen Gründe wie Arbeitslosigkeit, Scheidung, Krankheit und  lebensverändernde Ereignisse, bei der ein Gehalt wegfällt. Heutzutage kommt hinzu, dass sich die meisten Menschen verschulden, weil sie ganz einfach langfristig zu niedrige Einkommen haben, denken wir an Beschäftigte in der Gastronomie, im Krankenhaus oder in der Altenpflege. Die Menschen können sich oft ihr Leben nicht mehr leisten. Und ihnen fehlt ein finanzieller Background. Sie haben keine Eltern, Geschwister, Freunde, die in der Not helfen könnten.“ Schulden haben immer auch mit dem Bildungsgrad der Menschen zu tun. „Weniger gebildete Menschen haben oft niedrigere Einkommen, es fehlt ihnen in vielen Bereichen eine Grundbildung, sie können juristische Tricks und Kniffe in der Vertragsgestaltung nicht erkennen und sehen die Haken der Werbeindustrie nicht.“

30 Jahre gibt es die Soziale Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes der Kirchenkreise Hittfeld und Winsen in diesem Jahr. Zum Buchholzer Team im Beratungszentrum in der Neuen Straße gehören: Ute Flock, Kirsten Anderfuhr-Kuk, Viviane Meyer und Jacqueline Hube. Mehr als 400 verschuldete Haushalte werden von den drei Sozialarbeitern beraten. Eine Wartezeit gibt es nicht, in der Regel findet nach ein bis zwei Wochen ein Erstgespräch statt. „Gut ist, dass wir hier im Beratungszentrum auch zur Lebensberatung, Suchtberatung und zu anderen Beratungsangeboten weiter vermitteln können. Was die Ev.-luth. Kirche hier tut, unterstütze ich voll und ganz“, sagt Kämpker, der katholisch ist, dies war für die Anstellung bei der Diakonie aber nie ein Problem. Und ganz persönlich: „Für mich ist dies eine Traumstelle –  für Gerechtigkeit zu kämpfen.“

Die Kontaktdaten der Sozialen Schuldnerberatung:

Soziale Schuldnerberatung

Neue Straße 8 in 21244 Buchholz

Telefon: 04181 – 219 79 79

Beratungen finden in Buchholz und in der Außenstelle Winsen statt (Im Saal 27, 21423 Winsen)

Anmeldungen jederzeit möglich, ob persönlich in Buchholz oder telefonisch:

Telefon: 04181 – 219 79 79

Telefonische Beratungszeit:

Montag – Freitag von 9.00 bis 9.30 Uhr

Telefon: 04181 – 219 79 79

Offene Sprechzeit in Buchholz: Dienstags von 14 bis 16 Uhr.

Die Beratung ist in allen Schritten kostenlos.

Lange Wartezeiten gibt es nicht, nach der Anmeldung erhält man innerhalb von 2-3 Wochen einen Beratungstermin. In einem Notfall oder einer Krise geht es auch schneller.



Buchholzer Stadtteileltern ab sofort im Einsatz

Die neuen Stadtteileltern legen los, von links nach rechts:Mariam Wehbi, Arezoo Amiri, Sobida Malas, Shanaz Mirzal, Hayat Lamrani, Wafaa Hejazi und Manal Almahmoud. Dahinter: Nicole Hauff, Migrationsberatung (l) und Dörthe Heien, zuständig für die Betreuung ehrenamtlicher Mitarbeiter in der Flüchtlingshilfe. Foto: C. Wöhling

Hayat Lamrani spricht fließend Arabisch, Französisch, Englisch und Deutsch. Sie kommt aus Marokko, hat in Spanien als Exportkauffrau gearbeitet und lebt seit 2009 in Buchholz. Sie gehört seit dieser Woche zum Team der Buchholzer „Stadtteileltern“. Die Idee: Eltern mit Migrationshintergrund, die schon länger in Buchholz leben, geben ihr Wissen an Familien weiter, die erst seit kurzer Zeit in Deutschland leben. Wissen, das sie im Kurs „Stadtteileltern“ des Diakonischen Werkes der Kirchenkreise Hittfeld und Winsen erlangt haben. „Ich war selbst einmal neu in Deutschland und kannte mich nicht aus. Ich möchte anderen Menschen helfen, sich hier zurechtzufinden“, sagt Hayat Lamrani, die als Pflegehelferin im Krankenhaus Buchholz arbeitet.

„Immer mehr anerkannte Geflüchtete ziehen in Wohnungen in Buchholz. Gleichzeitig bemerken wir in der Beratungsarbeit, dass es eine Bereitschaft zur gegenseitigen Hilfe und Unterstützung gibt, etwa für Übersetzungen oder der Begleitung von Behördengängen. Wir bilden Eltern mit Migrationshintergrund zu „Stadtteileltern“ aus, die ihrerseits dann Familien mit Migrationshintergrund unterstützen“, sagt Nicole Hauff von der Migrationsberatung des Diakonischen Werkes.

Die „Stadtteileltern“ erhielten an zehn Terminen eine Ausbildung zu Themen wie Kinder- und Frauenrechten, Unfallvermeidung und Verkehrserziehung, Gesundheitsvorsorge und Ernährung, motorische und psychosoziale Entwicklung der Kinder, Sprachentwicklung und Mehrsprachigkeit, Kita- und Schulsystem, Institutionen in Buchholz, Medienerziehung und Haushalt. Diese Informationen können sie nun an geflüchtete Familien weitergeben. In einer kleinen Feierstunde erhielten alle Teilnehmerinnen ein Zertifikat. Unterstützt wurde das Projekt von der Sparkasse Harburg Buxtehude.

„Manchen Geflüchteten fällt es schwer, ein neues Leben zu beginnen. Sie können noch nicht so gut Deutsch sprechen und fühlen sich fremd. Wir sprechen ihre Sprache und können die Informationen aus dem Kurs an die Familien weitergeben“, sagt Hayat Lamrani. Auch Manal Almahmoud aus Syrien gehört zum Team der „Stadtteileltern“. Sie ist erst seit zwei Jahren in Deutschland, spricht arabisch und kurdisch: „Ich möchte Frauen und Kindern meine Hilfe anbieten, die die deutsche Sprache noch nicht sprechen.“

Ines Appel, einer der Geschäftsführerinnen des Diakonischen Werkes der Kirchenkreise Hittfeld und Winsen, beglückwünschte die neuen „Stadtteileltern“. „Sie haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber uns, sie sprechen die Sprachen der Geflüchteten, damit kennen Sie auch die Gedanken der Mütter und Väter aus anderen Ländern, so dass der Wissenstransfer sicher gelingen wird“, sagt Ines Appel. Nicole Hauff dankte den Teilnehmerinnen für ihr Interesse und sagte: „Auch wir haben viel von Euch gelernt, es waren interessante Abende mit spannenden Themen in einem Kreis engagierter Frauen.“


 

Psychologische Beratung 60plus für Einzelne, Paare und Familien, nähere Informationen finden sie unter folgendem Link: http://diakonie-hittfeld-winsen.de/lebensberatung/projekt-60plus/


Diakonie vor Ort: SoS Soziale Sprechstunde

Hier finden Sie die Termine für die Soziale Sprechstunde in Ihrer Gemeinde. Bitte klicken Sie für weitere Informationen auf den Namen der Gemeinde: Ashausen, Stelle, Fliegenberg, SoS Gemeinde Drage. Die Soziale Sprechstunde Hittfeld vergibt ab sofort telefonisch Termine. Näheres erfahren Sie im Gemeindebüro unter der Telefonnummer 04105  570931 Ebenso können Sie sich in Klecken an das Pfarrbüro unter der Rufnummer 0 4105  76555 wenden und einen Termin mit den geschulten Mitarbeitenden vereinbaren.


 

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Fotografie: Volker Dautzenberg