Unter dem Titel „Toxische Beziehungen in Partnerschaft und/oder Familie“ fand am Freitag, dem 19. April 2024, im Gemeindesaal der St. Jakobusgemeinde eine Informationsveranstaltung statt, an der etwa 35 Teilnehmende teilnahmen. Die Leiterin der Lebensberatung für Einzelne, Paare und Familien sowie der Beratungsstelle für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen (BMF) und die Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS), Marlies Lübker, hielt den Fachvortrag. Zur Frage- und Austauschrunde standen Dörte Heien und Christine Arndt von der Fachberatung BISS/BMF zur Verfügung.

Die Referentin stellte zunächst die biologischen Grundlagen von Liebe als evolutionäres Belohnungssystem dar. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, dass nicht alles, was in Beziehungen als verletzend empfunden wird, zwangsläufig toxisch sein muss. Die Verwendung dieses Begriffs sollte daher mit Bedacht erfolgen, um mögliche Lösungsansätze für Konflikte nicht zu übersehen.

Des Weiteren wurden die Merkmale von Menschen erläutert, die in toxischen Beziehungen verwickelt sind, wozu Persönlichkeitseigenschaften und psychische Belastungen zählen. Auch auf den Übergang zu toxischen Familienbeziehungen, insbesondere Eltern-Kind- und Geschwisterbeziehungen, wurde eingegangen.

Zum Ende des Vortrags wurden verschiedene Möglichkeiten zur Entgiftung toxischer Beziehungen aufgezeigt, wobei die Veränderungsmotivation aller Beteiligten als entscheidend angesehen könne. Die Erfolgswahrscheinlichkeit sei allerdings gering, wenn nur eine Partei an der Beziehung arbeiten möchte, und dass manche Beziehungen möglicherweise aufgegeben werden müssten.

In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem auch auf die Unterstützung durch BISS und BMF des Diakonischen Werkes hingewiesen. Die Veranstaltung bot den Teilnehmenden somit nicht nur wertvolle Einblicke in die Dynamik toxischer Beziehungen, sondern auch konkrete Handlungsempfehlungen und Hilfestellungen für Betroffene.

Dipl. Psych. Marlies Lübker und Pastorin Simone Uhlemeyer-Junghans